Vodafone Deutschland schafft für neue Kunden und bei der Verlängerung von Verträgen die Roaming-Aufschläge in der EU für Telefonieren und Online-Surfen in den meisten Tarifen ab, dies erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vodafone, Hannes Ametsreiter, in einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“. Konkret betroffen sind in erster Linie die sogenannten „Red-Tarife“. Außerdem soll es bereits ab 14. April keine Obergrenzen mehr beim neuen, superschnellen LTE-Standard geben.

Mit der Tarifreform will Vodafone sich sowohl gegenüber der Telekom als auch gegenüber dem Wettbewerber Telefónica Deutschland (O2) wieder stärker in Stellung bringen. Gleichzeitig passt sich der Konzern dem Trend der ohnehin sinkenden Roaming-Gebühren an, die durch die von der EU festlegten Höchstgrenzen für Roaming und Terminierungsentgelte ausgelöst wurden. Die europäischen Telefonkonzerne dürfen ab 30. April auf ein Gespräch im EU-Ausland nur noch fünf Cent Aufpreis nehmen, für ein im Ausland angenommenes Gespräch darf nur ein Cent zusätzlich berechnet werden. Für ein Megabyte an Daten sind fünf Cent mehr fällig. Ab Juni 2017 sind Roaming-Aufschläge in der EU dann sogar ganz verboten.

Allerdings ging bislang kein Unternehmen so weit, wirklich großen Teilen der Kundschaft das Netz im EU-Ausland zu Inlandstarifen zur Verfügung zu stellen. Damit dürfte Vodafone insgesamt wieder eine neue Preissenkungsrunde ausgelöst haben, die bei Firmenkunden unabhängig vom Anbieter Preisverhandlungsspielräume eröffnen sollte. Controller und Einkäufer sollten die bestehenden Rahmenverträge überprüfen und ihren Berater drängen diese Vereinbarung zu überarbeiten und zumindest die neuen Tarife zu integrieren. Keinesfalls sollten Vereinbarungen in den nächsten Tagen und Wochen zu den alten Bedingungen neu geschlossen werden.