Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und man fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Für uns war es erneut ein sehr erfolgreiches Jahr, worüber wir natürlich glücklich und wofür wir dankbar sind. Aber das Jahresende ist auch die Zeit den Blick wieder nach vorne zu richten und neben den operativen, geschäftlichen Zielsetzungen auch einen Blick auf spannende Entwicklungen zu lenken, die unsere Zukunft durchaus so verändern können, wie es das Smartphone in den letzten sechs Jahren getan hat (ja, das iPhone gibt es erst seit 2007). Die Auswahl beruht auf persönlichen Vorlieben und ist sicher nicht vollständig, daher unterscheidet sie sich sehr stark von den sonstigen „Megatrends“, die um diese Jahreszeit von Deloitte, Gartner & Co gerne veröffentlicht werden:

3D-Drucker erreichen den Massenmarkt: In den letzten 18 Monaten haben sich die Anwendungsmöglichkeiten von 3D-Druckern bei gleichzeitigem Preisrückgang enorm erweitert. Bekannt wurde durch die Boulevardpresse kürzlich der „Universal Replicator“ mit dem Leonardo di Caprio sich nun auch synthetische Steaks aus „Fleischzellen“ drucken kann (hoffentlich nicht sein Weihnachtsmenü!). Aber neben solchen – eher spleenigen Anwendungen – kommen erste 3D-Copyshops in die Großstädte, und bald dürfte allen CAD-Arbeitsplätzen ein 3D-Drucker zur Verfügung stehen. Welchen Einfluss diese Form des Druckens dann auf Fertigungsverfahren, Ersatzteilversorgung und Lieferketten haben wird ist noch völlig offen. Wird die „Just-in-Time- Lieferung“ teilweise durch ein „Print-on-Demand“ ersetzt? Wer weiß?

Das langsame Verschwinden der Postboten: Die kanadische Post wird spätestens bis Ende 2017 die Zustellung von Briefen einstellen. Dies ist die Konsequenz aus dem Rückgang normaler Briefsendungen in Zeiten von E-Mails und SMS, und den daraus entstandenen, hohen Verlusten. Die Kanadier müssen sich ihre Werbebriefe und Rechnungen zukünftig aus zentralen Postfächern abholen. In Deutschland mit seiner dichteren Fläche und dem jüngst erhöhten Porto wird es wohl etwas länger dauern, da die Post noch gut verdient. Aber der Trend geht in die gleiche Richtung. Statt dem Postboten kommen dann Drohnen und bringen uns Päckchen, wie dies Amazon und auch die Deutsche Post schon angekündigt haben. Wie das letztlich funktionieren soll (vor allem in Großstädten), was mit dem Datenschutz passiert und ob die Kunden das so akzeptieren werden ist zwar noch nicht ausgemacht, aber die Diskussion ist in der Welt und wird uns in den nächsten Jahren begleiten.

Echternacher Springprozession bei der Energiewende: Die hohen Stromkosten werden uns dank der 20-jährigen Abnahmeverpflichtung für Ökostrom noch viele Jahre verfolgen und zunehmend Probleme bereiten. Während wir beim Strom gar nicht sauber genug sein können und beim Dämmen (gerne auch mal aus Erdöl) und Heizen noch die letzte Kilowattstunde Energie einsparen, rasen wir im Gegensatz dazu mit unserem steuerlich begünstigten SUV mit 200 Stundenkilometern über die Autobahn. Hier muss man der EU ausnahmsweise wirklich mal dankbar sein, dass sie da öfters mal den Finger in die Wunde legt. Unserem neuen Wirtschafts- und Energieminister ist dringend ein gewisser Pragmatismus zu wünschen und dass er weder der Lobbyarbeit der Energiekonzerne noch den ideologisierten Ökotruppen erliegt! Ich denke wir alle möchten lieber Energie aus Sonne Wind und Wasser, als aus Atom, Kohle und Öl. Aber Augenmaß ist gefragt und marktwirtschaftliche Lösungen statt Planwirtschaft.

Der neue Umgang mit der Cloud: Dies ist eigentlich schon seit Jahren ein Hypethema, aber die Konsequenzen aus den Snowden- Veröffentlichungen werfen ein neues Licht auf die internationale Industriespieonage. Man muss es so hart sagen, die sensiblen Daten mittlerer und größerer Unternehmen gehören nicht in die Hände von Drittanbietern, sondern in die eigene IT. Kleinere Unternehmen sind dagegen mit gut abgesicherten Clouddiensten besser aufgestellt, als mit einer vielleicht nur mittelmäßig abgesicherten eigenen IT. Sollten Sie sich mit Clouddiensten beschäftigen ist bei der Auswahl auf folgendes unbedingt zu achten

  • Wird die Datenübertragung zwischen den Rechenzentren der Unternehmen verschlüsselt?
  • Besteht eine sichere HTTPS-Verbindung für den Aufruf der Website?
  • Wird HSTS vom Server unterstützt? (HSTS = HTTP Strict Transport Security)
  • Erstellen die Server regelmäßig neue Sitzungsschlüssel mittels PFS? (PFS = Perfect Forward Secrecy)
  • Besteht verschlüsselte Kommunikation über die Mail-Server?
  • Erfolgt die Datenspeicherung auf dem Server des Clouddienstes verschlüsselt?
  • Wo sitzt der Clouddienst? Wir raten nur noch zu nationalen Anbietern, da Unternehmen mit Sitz in den USA die Daten im Zweifelsfall an die nationalen Behörden weitergeben müssen.

Bitcoins werden das Gold des Digitalzeitalters: Über Jahrhunderte waren nur Gold- und Silbermünzen überregional anerkannte Zahlungsmittel. Weithin unbekannt ist das regionale Könige und Fürsten ebenfalls Währungen herausgaben, die sogenannten Brakteaten, die aber nur eine regionale Gültigkeit hatten und von Zeit zu Zeit für wertlos erklärt wurden. Wir möchten nicht suggerieren, dass der Euro (Dollar, Yen, Pfund etc.) morgen wertlos werden wird, doch ob ein reines Deklarationsgeldsystem, welches nur noch  zu 5% aus einer Zentralbankgeldmenge und zu 95% aus gegenseitigen Schuldverhältnissen besteht, dauerhaft und ohne größere Eingriffe existieren kann, erscheint zumindest zweifelhaft. Man denke nur an die exorbitante Verschuldung der öffentlichen Haushalte in den Industrieländern, die unkalkulierbaren Auswirkungen der Nullzinspolitik und an die vom IWF bereits vorgeschlagene 10%ige Vermögensabgabe für Alle.

Bitcoins unterscheiden sich von den Fiatgeldsystemen fundamental und sind eher mit Rohstoffen als unserer heutigen Vorstellung von Geld vergleichbar. Dabei ist das Handling einfach und Bitcoins sind vor allem bei der Geschwindigkeit und den Kosten von Transaktionen unschlagbar günstig. Das unterscheidet Bitcoins von Gold, denn Goldbarren und-münzen mögen vielleicht das Vermögen schützen, für den heutigen Geschäftsverkehr sind sie aber völlig ungeeignet. Derzeit verbieten die täglichen Preisschwankungen bei Bitcoins zwar noch jeden größeren, professionellen Einsatz. Doch ausgerechnet das jüngste Verbot in China könnte der Wegbereiter dafür sein, dass aus dem Spekulationsobjekt jenes seriöse Zahlungsmittel wird, wofür es ja erdacht wurde und was insbesondere im Internet und bei internationalen Geschäften Vorteile bieten kann. Wenn, ja wenn es denn die Nationalstaaten und die Lobbygruppen der um ihr Geschäftsmodell fürchtenden Geschäftsbanken zulassen. Man darf gespannt sein.

Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien: Und zum Schluss noch zur schönsten Nebensache der Welt. In Brasilien findet im nächsten Sommer die Weltmeisterschaft statt und die deutsche Nationalmannschaft rechnet sich durchaus Chancen aus. In der Vorrunde sollten die Aufgaben zu bewältigen sein und ein Sieg gegen das Klinsmann-Team aus den USA ist Pflicht. Italien droht frühestens im Halbfinale. Wir dürfen also hoffen und vielleicht haben wir ja diesmal ein bisschen Glück!

Da wir nun beim Glück angekommen sind: Wir wünschen Ihnen ein glückliches und schönes Weihnachtsfest sowie ein gesundes, gutes und glückliches Jahr 2014! Unser Büro bleibt von 21.12.2013 bis einschließlich 1.1.2014 geschlossen. Ab 2. Januar sind wir wieder gerne für Sie da.