angesichts der in jedem Herbst wieder verwirrenden Aussagen rund um das Thema Strompreise möchten wir Sie hiermit über die wesentlichen Aspekte der Entwicklung der Steuern und Abgaben beim Strompreis informieren.

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben Anfang dieser Woche die EEG-Umlage für 2014 veröffentlicht. Diese beträgt ab Januar 6,240 Cent pro Kilowattstunde und hat sich gegenüber 2013 um 0,963 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Die Privilegierungsregelungen und -sätze bleiben unverändert. Über die Thematik wurde im Laufe der Woche in den Medien ausführlich und teilweise kontrovers berichtet

Weiterhin haben die ÜNB die im letzten Jahr neu eingeführte Offshore-Haftungsumlage gemäß § 17 f EnWG-Änderungsgesetz-Entwurf für 2014 veröffentlicht. Diese bleibt wie im Gesetz vorgesehen im Vergleich zu 2013 zunächst unverändert und beträgt weiterhin 0,250 Cent pro Kilowattstunde bis zu einem Verbrauch von 1 GWh und sinkt dann, je nach individuellen Voraussetzungen.

Neu eingeführt wird ab 1.1.2014 die Umlage für Abschaltbare Lasten gemäß § 18 AbLaV für 2014. Darüber wird in der Öffentlichkeit kaum berichtet und zum Start beträgt diese Umlage auch nur 0,009 Cent pro KWh. Als Preisbestandteil dürfte dies eher unerheblich sein, aber es macht die Stromrechnungen noch länger und unverständlicher. Und niemand weiß, wohin sich diese neue Abgabe in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Offen bei den Steuern und Abgaben ist derzeit sowohl noch die Entwicklungen der im Jahre 2012 erstmalig eingeführten Sonderkundenumlage gemäß § 19 Abs. 2 StromNEV, als auch bei der KWK-Umlage. Diese Umlagen werden vermutlich in der nächsten Woche, spätestens bis Ende Oktober bekannt gegeben.

Darüber hinaus haben in dieser Woche die meisten regionalen Verteilnetzbetreiber ihre voraussichtlichen Gas- und Stromnetzentgelte für 2014 kommuniziert. Die jeweils für Ihr Unternehmen geltenden Netzentgelte finden Sie auf der jeweiligen Website Ihres Netzbetreibers. Ein Blick könnte recht lohnend sein, denn hier verläuft die Entwicklung offenbar sehr uneinheitlich. So liegen die Indikationen für 2014 zum Beispiel im Verteilnetz der Bayernwerk AG (ehemals Eon) nach starken Steigerungen in den Vorjahren diesmal um rund 10% unter den Ansätzen von 2013, das heißt es kommt auf Netzseite zu einem Ausgleich für die oben skizzierten Kostensteigerungen. Andererseits liegen die Prognosen für die Netzentgelte im Liefergebiet der Stadtwerke München (SWM) um 30% und mehr über den Ansätzen von 2013! Hier sollten alle Kosten- und Budgetverantwortlichen genau hinschauen und entsprechend planen.