Zum Jahreswechsel steigen in Bayern die Stromkosten verglichen mit den meisten anderen Bundesländern deutlich an. Hintergrund dafür sind vor allem Gebühren für den Stromtransport, die sogenannten Netzentgelte. Die im Versorgungsgebiet der EON-Gesellschaft Bayernwerk liegenden Unternehmenskunden müssen, sofern sie nicht unter eine Begünstigungsklausel fallen, bei den reinen Netzentgelten, je nach Tarif, mit Steigerungen von 20% bis über 30% ab Januar 2017 rechnen. Nicht von dieser Erhöhung betroffen ist der Bereich Schwaben, da das dortige Netz ebenso wie zum Beispiel NRW oder Baden-Württemberg von anderen vorgelagerten Netzbetreibern versorgt werden.

Die Kostensteigerungen im EON-Versorgungsgebiet, einschließlich aller nachgelagerten Stadtwerke, werden vom holländischen Höchstspannungsnetzbetreiber Tennet verursacht, dem enorme Kosten für Notmaßnahmen im Netz entstehen. Hintergrund ist die stark schwankende Ökostromeinspeisung aus der Windkraft in Schleswig-Holstein und Niedersachen, die immer weiter zunimmt, während der Netzausbau nicht vorankommt. Dies führt nun zu einer Erhöhung der Kosten auf Seiten Tennet von 80%, wovon wiederum über 90% auf diese Notmaßnahmen entfallen. Eine Initiative zur Umlage dieser Kosten auf alle Netzbetreiber wurde zwar von Minister Gabriel zwar angestoßen, hat aber kurzfristig wohl keine Chance auf Realisierung.

Ein weiterer Kostentreiber für das gesamte Bundesgebiet wird die erneute Anhebung der EEG-Umlage um rund 8% von jetzt 6,354 auf 6,88 Cent je kWh ab Januar 2017 sein, sofern ein Unternehmen nicht einer Branche nach Liste 1 oder Liste 2 der Anlage 4 EEG angehört. Auch bei der sogenannten EEG-Privilegierung haben sich einige Details verändert, die aber den Rahmen dieser Kurzinformation sprengen würden. Bei eventuellen Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Als dritter Kostentreiber wäre schließlich noch die Abschaffung der Privilegierung für Verbraucher mit mehr als 1.000.000 kWh bei der KWK-Umlage zu erwähnen. Hier wird es zukünftig nur noch einen einheitlichen Satz geben und die Stromkosten für den Verbrauch über 1.000.000 kWh verteuern sich so um rund 0,4 Cent/kWh.

Aus den erwähnten Preistreibern sowie den anderen hier jetzt nicht näher beleuchteten Preisbestandteilen lässt sich für die meisten Unternehmen für 2017 eine Preissteigerung von über 5% und in Einzelfällen bis 10% ableiten, die in der Planung für 2017 zu berücksichtigen ist. Weiterhin deuten derzeit die Preise an der EEX darauf hin, dass auch die Zeiten immer günstigerer Beschaffungspreise für den reinen Strom zu Ende sind. Es muss also derzeit von dauerhaft höheren und eventuell weiter steigenden Strompreisen in Deutschland ausgegangen werden.